SOS-Kinderdorf International: Eine Methode für viele Spendenwege
SOS-Kinderdorf International ist die Dachorganisation eines weltweiten Verbunds. Gespendet wird über die nationalen Mitgliedsvereine, und jeder baut seinen Weg zur Spende selbst. Mit Teams aus vielen Ländern haben wir erarbeitet, wie alle nach derselben Methode an ihren Strecken arbeiten und voneinander lernen.
Viele Länder, ein gemeinsamer Werkzeugkasten
In einem internationalen Verbund baut jedes Land seine Spendenstrecke selbst. Das ist sinnvoll, weil sich Sprache und Zahlungsgewohnheiten unterscheiden, ebenso das Recht. Es bedeutet auch, dass jede Strecke ihr eigenes Potenzial hat und jedes Team Erfahrungen sammelt, die auch den anderen helfen können.
Eine Patenschaft ist eine wiederkehrende Zusage. Wer sie eingeht, denkt länger nach als bei einem Spontankauf und möchte jede Frage beantwortet sehen, bevor er zusagt. Für die Teams heißt das: Sie brauchen einen klaren Blick auf die Reibung in der eigenen Strecke und ein Gespür dafür, welche Fragen ihre Daten beantworten können. Da die Datenlage von Land zu Land verschieden ist, lohnt sich eine gemeinsame Sprache besonders.
Prinzipien aus dem E-Commerce übertragen
Im Rahmen einer internationalen Konferenz haben wir mit Teams aus verschiedenen Ländern erarbeitet, wie sich die Arbeitsweise aus dem E-Commerce auf Spendenstrecken übertragen lässt. Der Ausgangspunkt ist einfach. Eine Spende ist ein Abschluss, und für Abschlüsse gelten bekannte Regeln. Spender verhalten sich auf einer Formularseite ähnlich wie Käufer im Checkout, und dieselben Stellschrauben bringen sie ans Ziel.
Gemeinsam haben wir Prinzipien geschärft: Reibung messen, Abbruchpunkte benennen, Hypothesen priorisieren und dort testen, wo sonst lange diskutiert wird. Ein Schwerpunkt liegt auf der Priorisierung, weil jedes Team mit begrenzten Mitteln arbeitet und wissen will, wo es mit der größten Wirkung anfängt. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Datenlage. Welche Fragen kann ein Team mit seinen vorhandenen Zahlen schon heute beantworten, und welche brauchen zuerst eine bessere Messung? Das Ziel ist eine gemeinsame Sprache für diese Arbeit, unabhängig davon, wie die einzelne Strecke technisch gebaut ist.
Konkret umgesetzte Arbeit
- 01Übertragung von Checkout-Prinzipien auf Spendenstrecken
- 02Gemeinsame Kriterien für die Priorisierung von Hypothesen
- 03Klärung, welche Fragen die vorhandenen Daten beantworten
- 04Einheitliche Begriffe für Abbruchpunkte und Reibung
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Verteilte Organisationen gewinnen mit einer gemeinsamen Methode
Aus unserer Sicht ist eine gemeinsame Methode in föderalen Organisationen der stärkste Hebel überhaupt. Eine verbesserte Strecke hilft einem Land. Eine geteilte Arbeitsweise hilft allen, weil Erfahrungen vergleichbar werden und Teams voneinander lernen. Spendenorganisationen können vom E-Commerce viel übernehmen, gerade bei wiederkehrenden Zusagen wie Patenschaften, bei denen jede beantwortete Frage den Weg zur Zusage ebnet. Teams, die ihre Beobachtungen austauschen, entscheiden schneller, welche Idee sie als Nächstes prüfen, und jede Runde macht die nächste leichter.
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