optimieren Sie Nutzererfahrung und Conversion Rate: Navigation und Struktur Ihres…
eCommerce UX

optimieren Sie Nutzererfahrung und Conversion Rate:
Navigation und Struktur Ihres…

7 Min. Lesezeit · · von Jörg Dennis Krüger
Die meisten Shop-Betreiber investieren Zeit und Geld in Marketing, Design und Content. Aber das Fundament wird vernachlässigt: Navigation und Website-Struktur. Eine schlechte Navigation tötet Conversion, bevor der Besucher überhaupt eine Produktseite sieht.
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Navigation und Struktur: Das Fundament jeder Conversion

Ein Sportartikel-Shop mit 80.000 monatlichen Besuchern hatte ein Problem: Die Bounce Rate lag bei 68 Prozent, die durchschnittliche Sitzungsdauer bei 47 Sekunden. Die Analyse zeigte, dass 54 Prozent der Besucher die Startseite über die Suchfunktion verließen. nicht, weil sie fanden, was sie suchten, sondern weil die Suchergebnisse irrelevant waren. Die Suchfunktion lieferte Produkte aus allen Kategorien, unabhängig davon, was der Besucher suchte. Nach der Optimierung der Suchfunktion mit Autocomplete, Kategorie-Filtern und Relevanz-Ranking sank die Bounce Rate auf 51 Prozent und die Sitzungsdauer stieg auf 1 Minute 23 Sekunden. Die Conversion Rate stieg um 17 Prozent.

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Die drei Navigationstypen und ihre Stärken

Hierarchische Navigation

Die hierarchische Navigation ist der Standard im E-Commerce. Produkte werden in Kategorien und Unterkategorien gruppiert. Der Besucher navigiert von allgemein zu spezifisch: Startseite → Kategorie → Unterkategorie → Produkt. Diese Navigation funktioniert gut, wenn der Besucher weiß, wonach er sucht und die Kategorisierung intuitiv ist.

Ein Möbel-Shop testete seine Kategoriestruktur. Die Kontrollvariante hatte 12 Hauptkategorien mit durchschnittlich 8 Unterkategorien. Die Testvariante reduzierte das auf 6 Hauptkategorien mit 4 Unterkategorien. Ergebnis: Die Testvariante steigerte die Klickrate auf Unterkategorien um 34 Prozent. Die Reduktion von Optionen führte zu schnelleren Entscheidungen. Die Faustregel: Eine Navigationsebene sollte nicht mehr als 7 Optionen enthalten. Mehr Optionen führen zu Choice Overload und verlängern die Entscheidungszeit.

Facettierte Navigation

Die facettierte Navigation ermöglicht es dem Besucher, Produkte nach mehreren Attributen zu filtern: Preis, Marke, Farbe, Größe, Bewertung. Sie ist besonders wichtig für Shops mit großem Sortiment. Aber sie ist auch ein häufiger Conversion-Killer, wenn sie schlecht implementiert ist.

Ein Modeshop mit 15.000 Produkten hatte eine facettierte Navigation mit 24 Filtern. Die Analyse zeigte, dass nur 3 Filter regelmäßig genutzt wurden: Größe, Farbe und Preis. Die anderen 21 Filter wurden von weniger als 2 Prozent der Besucher genutzt, aber sie verlängerten die Ladezeit der Kategorieseite um 1,8 Sekunden. Nach der Entfernung der ungenutzten Filter sank die Ladezeit um 1,2 Sekunden und die Conversion Rate stieg um 11 Prozent. Weniger ist mehr. auch bei Filtern.

Die optimale facettierte Navigation hat 3-5 Filter, die von mindestens 20 Prozent der Besucher genutzt werden. Filter sollten sichtbar sein, ohne zu scrollen. Die Auswahl sollte sich sofort auf die Produktliste auswirken, ohne Seiten-Neuladen. Und die ausgewählten Filter sollten prominent als „Chips“ angezeigt werden, damit der Besucher sie jederzeit entfernen kann.

Suche als Navigation

Für Besucher, die genau wissen, wonach sie suchen, ist die Suche die schnellste Navigation. Aber die meisten Shop-Suchen sind schlecht. Sie liefern keine Autocomplete-Vorschläge, keine Rechtschreibkorrektur, keine Synonym-Erkennung und keine personalisierten Ergebnisse.

Ein Elektronik-Shop verbesserte seine Suche in vier Schritten: Erstens wurde Autocomplete hinzugefügt, das nach drei Buchstaben Vorschläge zeigt. Zweitens wurde eine Rechtschreibkorrektur implementiert, die „iphnoe“ zu „iPhone“ korrigiert. Drittens wurden Synonyme hinzugefügt: „Laptop“ findet auch „Notebook“. Viertens wurden die Suchergebnisse nach Relevanz sortiert, nicht nach Produkt-ID. Ergebnis: Die Such-Konversion stieg um 43 Prozent. Besucher, die die Suche nutzten, konvertierten bereits 2,5-mal besser als Navigation-Nutzer. Nach der Optimierung war der Faktor 3,8.

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Website-Struktur: Die unsichtbare Architektur

Die Website-Struktur ist das Gerüst, das die Navigation trägt. Sie bestimmt, wie URLs aufgebaut sind, wie Produkte kategorisiert werden und wie interne Links verteilt sind. Eine gute Struktur hilft Suchmaschinen, die Inhalte zu verstehen, und hilft Besuchern, sich zurechtzufinden.

Die flache vs. tiefe Struktur

Eine flache Struktur bedeutet, dass jedes Produkt in maximal 3 Klicks von der Startseite erreichbar ist. Eine tiefe Struktur erfordert 5 oder mehr Klicks. Die meisten Experten empfehlen eine flache Struktur. Aber die Wahrheit ist komplexer: Eine flache Struktur mit zu vielen Optionen pro Ebene führt zu Choice Overload. Eine tiefe Struktur mit klaren, intuitiven Kategorien kann besser funktionieren.

Ein B2B-Shop für Werkzeuge testete flache vs. tiefe Struktur. Die Kontrollvariante (flach) zeigte alle 200 Produkte in 8 Hauptkategorien auf einer Ebene. Die Testvariante (tief) gruppierte die Produkte in 4 Hauptkategorien mit jeweils 3-4 Unterkategorien. Ergebnis: Die tiefe Struktur steigerte die Conversion Rate um 14 Prozent. Die Besucher fanden schneller das richtige Produkt, weil die Kategorien klarer waren.

Interne Verlinkung und Breadcrumbs

Breadcrumbs sind mehr als ein Navigationshilfe. Sie sind ein Signal für den Besucher, wo er sich befindet und wie er zurückkommt. Sie sind auch ein SEO-Signal für Suchmaschinen. Aber die meisten Shops implementieren Breadcrumbs falsch: Sie zeigen nur die Kategorie-Hierarchie, nicht den tatsächlichen Weg des Besuchers.

Ein Möbel-Shop testete zwei Breadcrumb-Varianten: Die Kontrollvariante zeigte „Startseite > Wohnzimmer > Sofas > Ledersofa“. Die Testvariante zeigte „Startseite > Wohnzimmer > Sofas > Ledersofa > [Zurück zur Sofas-Übersicht]“. Der zusätzliche Link zur Kategorie-Übersicht steigerte die Klickrate auf verwandte Produkte um 23 Prozent. Der Besucher, der ein Ledersofa betrachtete, war auch an anderen Sofas interessiert. aber er fand nicht zurück zur Kategorie.

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Mobile Navigation: Ein eigenes Universum

Mobile Navigation ist nicht nur eine verkleinerte Desktop-Navigation. Sie ist ein eigenes Design-Problem. Der Bildschirm ist kleiner, die Interaktion ist berührungsbasiert, die Aufmerksamkeit ist kürzer. Die meisten Mobile-Navigations-Probleme entstehen durch die direkte Übertragung von Desktop-Patterns.

Ein Modeshop testete drei Mobile-Navigation-Varianten: Ein Hamburger-Menü (Standard), eine tab-basierte Navigation unten am Bildschirm und eine Kombination aus beidem. Ergebnis: Die tab-basierte Navigation unten steigerte die Mobile-Conversion um 19 Prozent. Der Grund: Der Daumen erreicht den unteren Bildschirmbereich natürlicher als die obere linke Ecke, wo das Hamburger-Menü typischerweise sitzt.

Die Faustregel für Mobile Navigation: Platzieren Sie die wichtigsten Navigationspunkte in der Thumb-Zone (unterer Bildschirmbereich). Nutzen Sie Icons mit Text, nicht nur Icons. Und halten Sie die Navigation auf maximal 5 Punkte. mehr passt nicht in die Thumb-Zone und überfordert den Besucher.

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Praxisbeispiel: +31 Prozent Conversion durch Navigation-Redesign

Ein Kosmetik-Shop mit 120.000 monatlichen Besuchern hatte eine komplexe Navigation mit 14 Hauptkategorien, 87 Unterkategorien und einer Suchfunktion, die nur exakte Treffer lieferte. Die Analyse zeigte drei Probleme:

  • 42 Prozent der Besucher nutzten die Suche, aber 68 Prozent davon fanden keine relevanten Ergebnisse.
  • Die Kategorienamen waren interne Begriffe, die die Besucher nicht verstanden („Dermokosmetik“ statt „Hautpflege“).
  • Die Mobile-Navigation erforderte 4 Klicks, um ein Produkt zu erreichen.

Das Redesign umfasste vier Maßnahmen: Die Kategorien wurden auf 6 Hauptkategorien mit 18 Unterkategorien reduziert. Die Suchfunktion wurde mit Autocomplete, Synonymen und Rechtschreibkorrektur verbessert. Die Kategorienamen wurden in Sprache der Kunden übersetzt. Die Mobile-Navigation wurde auf 5 Tabs reduziert, die in der Thumb-Zone platziert wurden.

Ergebnis nach 6 Wochen: Die Conversion Rate stieg um 31 Prozent, die Such-Konversion um 58 Prozent und die Mobile-Conversion um 27 Prozent. Der Umsatz stieg um 340.000 € pro Monat. rein durch Navigation-Optimierung.

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Das Wichtigste auf einen Blick

Element
Best Practice
Häufigster Fehler
Hauptkategorien
5-7 intuitive Kategorien
10+ Kategorien mit internen Begriffen
Unterkategorien
3-5 pro Hauptkategorie
8+ Unterkategorien, die überlappen
Filter
3-5 relevante Filter, sofort sichtbar
20+ Filter, versteckt, langsame Ladezeit
Suche
Autocomplete, Synonyme, Korrektur
Exakte Suche, keine Vorschläge
Mobile Nav
Thumb-Zone, 5 Tabs max, Icons + Text
Hamburger-Menü oben links, nur Icons
Breadcrumbs
Kategorie-Pfad + Zurück-Link
Nur Kategorie-Hierarchie, kein Zurück

Navigation und Struktur sind keine einmaligen Projekte. Sie sind ein kontinuierlicher Optimierungsprozess. Jede Änderung im Sortiment, jede neue Produktkategorie, jeder Trend erfordert Anpassungen. Wer die Navigation als strategischen Hebel begreift und systematisch testet, baut einen langfristigen Wettbewerbsvorteil auf.

Navigation ist die unsichtbare Hand, die den Kunden zum Kauf führt. Wer sie optimiert, optimiert den gesamten Conversion-Funnel.

Zuletzt aktualisiert:

Jörg Dennis Krüger
Autor & Conversion-Experte
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