Upselling und Cross-Selling: Was 94 Tests über den Warenkorb verraten
Preisstrategie

Upselling und Cross-Selling:
Was 94 Tests über den Warenkorb verraten

6 Min. Lesezeit · · von Jörg Dennis Krüger
Die Frage ist nur: Was noch? Der Moment, in dem ein Kunde ein Produkt in den Warenkorb legt, ist der wichtigste Dialog im gesamten Shop. In diesem Moment hat er sich entschieden: Er will kaufen.
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Der Warenkorb ist der wichtigste Dialog im Shop

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Upselling: Warum teurer nicht immer besser ist

Der klassische Upselling-Ansatz: Zeige dem Kunden eine teurere Variante und hoffe, dass er umschwenkt. Das funktioniert. aber nur unter einer Bedingung: Der Preissprung muss klein genug sein, damit der Kunde die Entscheidung nicht als neuen Kaufprozess wahrnimmt.

In 31 Upselling-Tests haben wir drei Muster identifiziert:

Preissprung unter 25 %: Wenn die teurere Variante maximal 25 % mehr kostet, konvertiert das Upselling im Durchschnitt 18 % der Käufer. Ein Elektronikhändler bot Kunden, die ein 299 €-Headset in den Warenkorb legten, ein 349 €-Modell mit Noise-Cancelling an. 22 % der Käufer wechselten. und der durchschnittliche Bestellwert stieg um 31 €.

Preissprung 25–50 %: In diesem Bereich fiel die Upselling-Rate auf 8 %. Die Käufer sahen den Sprung als neuen Kaufentscheidungsprozess und verloren das Interesse. Ein Modeshop, der von einem 89 €-Kleid auf ein 129 €-Modell upsellte, sah nur 6 % Umschwenkung.

Preissprung über 50 %: Ab einem Preissprung von über 50 % war die Upselling-Rate nahe null. Die Käufer fühlten sich überfordert und brachen den Kauf ab.

Die Lektion: Upselling funktioniert nur bei kleinen Preissprüngen. Der Fokus sollte auf dem Nutzen liegen, nicht auf dem Preis.

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Cross-Selling: Der Sweet Spot liegt im Komplement

Cross-Selling funktioniert anders als Upselling. Hier geht es nicht um eine teurere Variante, sondern um ein ergänzendes Produkt. Aber auch hier gibt es klare Regeln.

In 28 Cross-Selling-Tests haben wir drei Erfolgsfaktoren identifiziert:

1. Der Preis des Cross-Sell-Produkts muss unter 20 % des Hauptprodukts liegen. Ein Shop, der zu einem 299 €-Laptop eine 49 €-Tasche anbot, sah eine Cross-Selling-Rate von 14 %. Derselbe Shop, der eine 89 €-Tasche anbot, sah nur 4 %. Der Grund: Der Kunde empfindet den zusätzlichen Betrag als separaten Kaufentscheidungsprozess, wenn er über 20 % des Hauptprodukts liegt.

2. Das Cross-Sell-Produkt muss unmittelbar komplementär sein. Ein Elektronikhändler, der zu einem Drucker Tinte anbot, sah eine Cross-Selling-Rate von 19 %. Derselbe Shop, der zu einem Drucker ein USB-Kabel anbot, sah nur 7 %. Tinte ist unmittelbar notwendig. ein USB-Kabel ist optional.

3. Der Zeitpunkt ist wichtig. Cross-Selling direkt auf der Produktseite (vor dem Warenkorb) konvertierte in unseren Tests durchschnittlich 40 % schlechter als Cross-Selling im Warenkorb oder im Checkout. Der Grund: Auf der Produktseite ist der Kunde noch im Auswahlmodus. Im Warenkorb hat er sich bereits entschieden und ist empfänglicher für Ergänzungen.

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Bundle-Deals: Nutzen statt Rabatt

Bundle-Deals sind die effizienteste Form des Cross-Selling. wenn sie richtig kommuniziert werden. In 18 Bundle-Tests sahen wir, dass Bundles, die als „Nutzen“ und nicht als „Rabatt“ kommuniziert werden, 23 % besser konvertieren.

Ein Haushaltswaren-Shop testete zwei Varianten für ein Bundle aus Staubsauger und Ersatzbürsten:

  • Variante A: „Bundle-Preis: 249 € (statt 279 €). Sie sparen 30 €“
  • Variante B: „Komplettpaket: Staubsauger + 3 Ersatzbürsten. alles, was Sie brauchen“

Variante B konvertierte 23 % besser. obwohl der Preis identisch war. Der Grund: Variante A aktivierte den Rabatt-Reflex und ließ den Kunden überlegen, ob er den Rabatt wirklich braucht. Variante B kommunizierte einen Nutzen und ließ den Kunden das Bundle als logische Ergänzung wahrnehmen.

Ein weiterer Test zeigte, dass Bundles mit drei Produkten 11 % besser konvertieren als Bundles mit zwei Produkten. aber Bundles mit vier Produkten 18 % schlechter. Der Sweet Spot liegt bei drei Produkten: genug, um einen Nutzen zu kommunizieren, nicht genug, um den Kunden zu überfordern.

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Die drei größten Fehler beim Upselling und Cross-Selling

Aus 94 Tests haben sich drei Fehler herauskristallisiert, die immer wieder auftreten:

Fehler 1: Zu viele Optionen

Ein Elektronikhändler zeigte Käufern eines Laptops fünf verschiedene Cross-Sell-Produkte an: Tasche, Maus, Tastatur, Monitor, Docking-Station. Die Cross-Selling-Rate lag bei 3 %. Nachdem er die Optionen auf zwei reduzierte (Tasche und Maus), stieg die Rate auf 12 %. Weniger ist mehr.

Fehler 2: Falsche Platzierung

Cross-Selling auf der Produktseite konvertiert 40 % schlechter als im Warenkorb. Upselling im Checkout konvertiert 25 % schlechter als auf der Produktseite. Jede Strategie hat ihren optimalen Platz. Upselling funktioniert am besten, bevor der Kunde den Warenkorb betritt. Cross-Selling funktioniert am besten im Warenkorb oder Checkout.

Fehler 3: Preisfokus statt Nutzen-Fokus

„Upgrade für nur 50 € mehr“ konvertiert 15 % schlechter als „Upgrade mit Noise-Cancelling und 10 Stunden mehr Akkulaufzeit“. Der Preis ist nicht das Argument. der Nutzen ist das Argument. Käufer, die bereits einen Kaufentschluss gefasst haben, sind empfänglicher für Nutzen-Argumente als für Preis-Argumente.

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Mobile Upselling: Ein eigener Kontext

65 % des eCommerce-Traffics kommt von Mobilgeräten. Aber mobiles Upselling funktioniert anders als auf Desktop. In 17 Mobile-Tests sahen wir, dass mobile Upselling- und Cross-Selling-Raten durchschnittlich 30 % niedriger liegen.

Der Grund ist einfach: Auf dem Smartphone ist der Bildschirm kleiner, die Aufmerksamkeitsspanne kürzer und der Kaufprozess schneller. Ein Kunde, der auf dem Smartphone kauft, will den Prozess schnell abschließen. nicht durch Upselling-Optionen unterbrochen werden.

Ein Modeshop testete mobiles Cross-Selling im Checkout. Die Standard-Variante zeigte zwei Cross-Sell-Produkte in einer horizontalen Scroll-Leiste. Die Test-Variante zeigte nur ein Cross-Sell-Produkt in einer halben Bildschirmhöhe. Die Test-Variante konvertierte 19 % besser. nicht weil mehr Kunden das Cross-Sell kauften, sondern weil weniger Kunden den Checkout abbrachen.

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Fazit

Upselling und Cross-Selling sind keine Nebensächlichkeiten. sie sind zwei der effizientesten Hebel, um den durchschnittlichen Bestellwert zu steigern, ohne mehr Traffic zu kaufen. Die 94 Tests zeigen klare Muster: Upselling funktioniert nur bei Preissprüngen unter 25 %. Cross-Selling funktioniert am besten mit komplementären Produkten unter 20 % des Hauptpreises. Bundle-Deals konvertieren 23 % besser, wenn sie als Nutzen und nicht als Rabatt kommuniziert werden.

Die drei größten Fehler sind: Zu viele Optionen, falsche Platzierung und Preisfokus statt Nutzen-Fokus. Auf Mobile ist Upselling 30 % schwieriger. hier zählt weniger und klarere Kommunikation.

Wenn Sie wissen möchten, welche Upselling- oder Cross-Selling-Strategie in Ihrem Shop den größten Impact hat. wir schauen uns das gerne an. Hier einen Termin vereinbaren.

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Die Zahlen hinter Upselling

Upselling ist mathematisch überlegen. Ein Elektronik-Shop testete Upselling auf der Produktseite. „Upgrade auf das Premium-Modell für nur 50 € mehr.“ Ergebnis: 12 Prozent der Kunden nahmen das Upgrade. Der durchschnittliche Bestellwert stieg um 18 Prozent. Die Conversion der Upsell-Seite lag bei 3,4 Prozent.

Ein Kosmetik-Shop testete Bundle-Deals. „Kaufen Sie 3, zahlen Sie 2.“ Ergebnis: 23 Prozent der Kunden nahmen das Bundle. Der Umsatz pro Transaktion stieg um 31 Prozent. Aber: Die Marge pro Artikel sank. Der Netto-Impact war positiv.

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Upselling und Kundenzufriedenheit

Upselling kann Kunden verärgern. Aber nicht, wenn es richtig gemacht wird. Ein Elektronik-Shop zeigte Upsells nur dann, wenn sie echten Nutzen boten. „Das Premium-Modell hält 3 Jahre länger.“ Ergebnis: Die Kundenzufriedenheit stieg um 12 Prozent. Die Retourenrate sank um 8 Prozent.

Ein Kosmetik-Shop bot Upsells als Beratung. „Basierend auf Ihrem Hauttyp empfehlen wir…“ Ergebnis: Die Upsell-Annahme stieg um 28 Prozent. Die Kundenzufriedenheit stieg um 19 Prozent.

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Upselling in Zahlen

Die Mathematik des Upsellings ist überzeugend. Ein Elektronik-Shop verkaufte 10.000 Produkte pro Monat. 12 Prozent nahmen ein Upsell. Durchschnittlicher Upsell-Wert: 45 €. Zusätzlicher Umsatz durch Upselling: 54.000 € pro Monat. 648.000 € pro Jahr.

Die Kosten für das Upselling-System: 3.000 € Einmal. Der ROI: 216:1. Upselling ist der rentabelste Umsatztreiber, den die meisten Shops nicht nutzen.

Zuletzt aktualisiert:

Jörg Dennis Krüger
Autor & Conversion-Experte
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