Episode 10: Alles Bullshit!

In Episode 10 des ‘‘Der Conversion-Hacker Podcast’’ erzählt ihnen Deutschlands Top-Conversion-Hacker Jörg Dennis Krüger Ihnen, weshalb das Wort ‘‘Bullshit’’ mittlerweile zu einem seiner liebsten Ausdrücke zählt.

Ein besonderes Dankeschön geht raus an Lennart Wollmershäuser, der das tolle Intro für diese besondere Episode gesprochen hat.

TRANSKRIPTION DIESER FOLGE DES PODCASTS

Mein Name ist Jörg Dennis Krüger und wie mein Cheerleader am Empfang gerade schon gesagt hat: Ja, ich bin der Conversion-Hacker! Und ich bin total glücklich über diese Episode, denn dies ist die Episode Nr. 10 vom Conversion-Hacking Podcast und ihr habt gehört, mein Cheerleader war heute jemand anders, denn ich hab mir heute mal so richtig jemand nach vorne gestellt, der mich richtig anfeuert und richtig mich motiviert um hier eine geile Episode 10 abzuliefern. 

Und dies ist die Bullshit Episode. Bullshit ist ja sowieso eines meiner Lieblingsworte und Bullshit ist das was ich aus so vielen Online-Marketing-Abteilungen höre. Was ich von so vielen Shop-Betreiber anhöre. Was ich jeden Tag mir eigentlich anhören muss, wo ich mittlerweile auch sag, wenn ich Bullshit höre habe ich gar keine Lust mit den Unternehmen zusammenzuarbeiten. Und so ein bisschen, diese Episode wird die Zusammenfassung des Bullshits der letzten 12 Wochen, seitdem ist JDK Krüger eine Company gibt. Also meine neue Company, wo wir schon wahnsinnig viele Shopbetreiber beraten haben und noch mehr gesprochen haben und da einfach immer die tollsten Sachen kommen. 

Fangen wir an mit dem aktuellsten Bullshit – nämlich mit der Aussage: “Ja ja, für SEO hab ich ja schon jemanden!” Und dann mache ich Sistrix auf und seh einen Sistrix Score, Sichtbarkeit Index von 0,06. Wo ich sage: the Hack?! Du hast schon jemanden für Seo, gut okay, werft den raus! Also 0,06 Sichtbarkeit für einen Online-Shops, ja was soll das denn? Ich meine meine komische poplige B2B-Seite macht das vielleicht, aber eine B2C Online-Shop, in diesem Fall um Haustier Artikeln und er kommt: “ja ja wir haben ja gerade erst angefangen und so weiter ein bisschen abgestürzt weil wir auf die neue Shop Software umgezogen sind. Das ist ja normal beim Umzug für neue Shops so dass man ein bisschen abstürzt.” Nee ist es nicht. Das ist Bullshit, das ist einfach Scheiße gemacht. „Ja, da war ein bisschen was kaputt“, ja, ja, ja, ja genau, weil ihr nicht wisst wie’s geht, kommt hört auf! Hat sich erledigt, wir werden nie zusammenarbeiten können. Das ist einfach Bullshit. Da brauchen wir nicht weiter drüber reden.

Dieses: „ich weiß sowieso alles besser“ ist das, was ich bei so einigen Shop-Betreibern, am besten noch halt so Onlinemarketing Leitern, Leitern Performance Marketing sehe, die halt glauben alles zu wissen und wenn jemand mit irgendeinem Vorschlag kommt, kommt der nächste Bullshit-Punkt: „Jaja, weiß ich sowieso, hab ich schon auf der Liste. Das ist sowieso ja, brauchst gar nicht drüber reden, das weiß ich alles schon, das hab ich alles schon hier auf meinem Plan. Das ist alles ist alles schon eingeplant, setzen wir alles demnächst um.” 

Ja hey Dude, wenn du nicht priorisiert, wenn du nur Verluste schreibst, dann am Besten noch nicht einmal weißt, wie man es umsetzt und von mir auch gar nicht hören willst, wie man es umsetzt, sondern nur weißt, dass du da was ändern musst, ja ey, dann lass es doch. Weil genau dieser Spirit auch funktioniert nicht. Jetzt einfach zu wissen: “Jaja, Kundenbewertungen ganz, ganz wichtig, weiß ich, müssen wir besser anzeigen, jaja – Nächstes Thema.” Ja nee, ist klar, du weißt, dass man die besser anzeigen muss, aber das ist halt besser. Ist halt ein riesiger riesiger Bereich. Was weißt du denn, was besser ist? Ja, du hast Tausend Ideen, hast irgendwie 10.000 Blogbeiträge gelesen und so ein Zeug und glaubst jetzt der Experte zu sein, aber ne biste nicht. 

Das ist halt einfach echt super nervig und das kommt dann zu ganz ganz vielen Themen dieses: „Ja, ja, ja, ja ich weiß schon, dass ich das machen muss“. SEO ist ein klassisches Thema, Magazin: „Ja, ja das konvertiert nicht, da müssen wir noch einen Call to Action einbauen.“ – „Achja stimmt, die Filter, ja das haben wir schon auf der Liste, dass wir die Filter besser machen“. Und Kundenbewertungen, hab ich gerade schon gesagt, dass ist so ein Lieblingsthema irgendwie. Da werden dann die Basics total vernachlässigt und wenn man in den Shop guckt und denkt ja, ihr habt irgendwie total witzige Sachen umgesetzt, ihr macht jetzt irgendwie vielleicht Personalisierung und so Tralala, aber ihr habt die ganzen Basics abgeschafft. Nächstes Thema USPs: „Ja, ja steht doch auf der Seite welche USPs wir haben!“ Ja, wo denn? Ich sehe es nicht. „Ja guck mal da“. Ah, ganz unten steht euer Rückgaberecht, ganz unten stehen weitere Kundenbewertungen, ganz unten steht warum ihr eigentlich ein Shop seid, ein toller Shop seid und eigentlich steht das nicht mal ganz unten, denn da steht irgendwas an vielleicht USPs, aber was da eigentlich steht ist halt Bullshit, ist halt 08/15 Zeug. Da steht nicht was wirklich euren Shop auszeichnet, sondern da steht halt kostenlose Rücksendung, schneller Versand, tausend Zahlungsarten, sichere Abwicklung.

Ja, what the hack? Das ist doch kein USP. Macht euch doch mal Gedanken wie sowas richtig geht. Also, ich hab so einen Fragebogen wo ich alle Kunden durch prügle, dass die sich wirklich mal Gedanken machen, so Acht Punkte lang. Was ist relevant für unsere Kunden? Was sind unsere Kunden? Was finden die toll? Über was beschweren sie sich vielleicht auch? Welche Produkte will ich verkaufen, welche will ich vielleicht doch eher nicht so verkaufen? Und so. Und da muss man einfach sagen, da muss man sich richtig Gedanken machen und nicht mit diesen Bullshit Argumenten kommen, wie: „Ja, ja, ja, ist doch auf der Seite.“ Also Nutzer werden A) nicht die ganze Seite durchsuchen und B) nicht um drei Ecken denken. Das ist auch so ein Bullshit Ding, dass es mir immer mehr vorkommt, als wenn ganz viele Online-Shops eher so Ratespiele sind. 

Das fängt mit Icons an, da hab ich auch in einer vorherigen Episode drüber geredet, dass man irgendwie Icons baut, die halt irgendwie eher so Bilderrätsel sind. Aber auch sonst, dass halt die ganz wichtigen Sachen alle versteckt sind. Da muss ich durch den halben Shop klicken, um zu den richtigen Produkten zu kommen, die Filter sind entweder ganz versteckt oder so riesig, dass man die Produkte nicht mehr sieht, sodass der Kunde eher auf einer Schnitzeljagd unterwegs ist, statt auf dem Weg etwas einzukaufen. Und ich sage dann immer überlegt: euch doch mal wie das im Lidl ist oder im Aldi oder im schlimmsten Fall im Rewe, wobei Rewe schon ein bisschen wegkünstelt und sowas, aber da werden die Kunden an die Hand genommen und die Läden sind relativ einheitlich aufgebaut. Das heißt der Kunde geht einfach durch, er findet alles während er da durchgeht und so weiter. Das ist keine Schnitzeljagd. Bei Online-Shops ganz häufig schon. Dann kommen diese Bullshit Argumente, wie: „Ja, das haben wir uns halt so überlegt, damit der Kunde das ganze Sortiment wahrnimmt.“ 

Ja, warum? Warum muss der Kunde das ganze Sortiment wahrnehmen? Ja das kann man irgendwie machen, so ein bisschen, aber dann nicht so explizit, so ein bisschen implizit den Kunden zu führen. Aber der Kunde muss nicht das ganze Sortiment wahrnehmen, der Kunde muss das finden was er gesucht hat und muss das kaufen. Klar, wenn der Kunde eher inspirativ in den Shop kommt, weil er nach einem allgemeinen Keyword vielleicht gegoogelt hat, nach dem Keyword „Geschenke“ oder sowas, dann sollte ich ihm ein bisschen mehr Anzeigen, aber auch da schicke ich ihn nicht auf eine Schnitzeljagd nach Geschenken, sondern ich versuche ihn möglichst gut zu führen, an die Hand zu nehmen. Und dann wird auf einmal ganz explizit umgesetzt, dann heißts auf einmal: „Oh da müssen wir die fragen! Da müssen wir die fragen, was genau brauchen sie, wie kriegen wir das denn hin, dass sie uns genau sagen, was sie haben wollen?“

Moment, Moment, Moment, Moment: Führen! Führen ist nicht am Halsband durch die Manege ziehen. Führen ist herauszukriegen, am besten implizit, was der Kunde möchte und ihn an die Hand zu nehmen und ihm schön zu zeigen wie sein Weg ist. Aus dem Kunden raus prügeln wollen, was er sehen will, wird auch nicht funktionieren, denn er weiß es ja wahrscheinlich gar nicht. Und da sind so viele Bullshit Argumente in den Köpfen von so vielen Leuten, das ist wirklich nervig. Und ganz ehrlich; wer sich da jetzt wiederfindet in diesen Argumenten und wer sagt: „Ah, der Krüger sagt das ist Bullshit, aber nee nee, das ist doch genau richtig!“ Wenn Du dich da wieder findest und du findest, was ich Bullshit nenne findest du richtig, Dann tu mir doch bitte einen Gefallen: Mach diesen Podcast 30 Sekunden bevor die Folge zu Ende ist aus und das bitte für jede Folge, denn ich möchte nicht, dass Du bei mir einen Termin anfragst. Ich möchte darüber nicht diskutieren. Ich möchte mit Shopbetreiber reden, ich unterstütze nur Shopbetreiber, die wirklich was verändern wollen, die aus diesen Argumenten herausbrechen wollen.

Die halt nicht diesen Bullshit-Gedanken im Kopf haben, sondern die wirklich dafür sorgen wollen, dass ihr Shop erfolgreicher wird und da halt auch mal in andere Richtungen denken, als die bisher in ihrem Kopf sind. Denn nur dann funktioniert es, nur dann kann man auch Nutzer mal überraschen, nur dann kann man den Nutzer wirklich, wirklich mit einem Shop glücklich machen, wenn man einfach sich von diesen ganzen Dingen, die man bisher im Kopf hat, löst. Denn diese Meinung die man hat von seinen Produkten, von seinem Shop, von seinen Kunden und so weiter, beeinflusst halt wahnsinnig stark, wie man seinen Shop gestaltet. Und wenn man sich von dieser Meinung nicht löst, dann wird man auch nicht verkaufen können. 

Ich habe gerade mit einem Shopbetreiber gesprochen, der war von einem seiner Produkte, was er geliefert bekommen hat überhaupt nicht begeistert. Der war von dem Produkt so wenig begeistert, dass er es nicht einmal in den Shop eingelistet hat und darum hat er es auch nicht verkauft. Da hätte man jetzt gesagt: „Ach, guck mal, das ist doch ein tolles Produkt, liste es doch mal ein.“ Der Bullshit Shopbetreiber hätte gesagt: „Nee, das ist blöd, ich weiß das. Ich bin der Experte, was meine Kunden gut finden und ich mache das jetzt ewig und das packe ich nicht in meinen Shop, das ist scheiße.“ Der Shopbetreiber war allerdings schlau, der Shopbetreiber hat sich das Produkt nochmal genauer angeguckt, hat sich dann davon begeistern lassen das Produkt doch in seinen Shop einzustellen und verkauft es. Ist mittlerweile sein drittbestes verkauftes Produkt in seinem Shop, glaube ich. Hat er mir gerade erzählt. 

Und da merkt man, wenn man seine eigene Meinung in Frage stellt, wenn man andere Meinungen zulässt und wenn man halt nicht in so ’nem Bullshit-Kreislauf ist, dann kann man wirklich Erfolg haben. Und dann sind wir auch wieder beim großen, amerikanischen Kaufhaus, die einfach alles testen, die sagen es muss auch mal was schief gehen. Acht von zehn Ideen werden nicht funktionieren. Das muss man sich natürlich auch leisten können bzw. müssen diese Ideen klein genug sein für einen kleineren Online-Shop, damit auch was schiefgehen kann. Aber nur dann schaffe ich es wirklich mich weiterzuentwickeln und aus diesem Bullshit-Kreislauf rauszubrechen und wirklich zu wachsen, denn der Hauptgrund, dass viele Shops halt einfach eher stagnieren und eher so kleine Wachstumsraten haben, liegt halt daran, dass sie immer das Gleiche machen und dann hoffen vielleicht mehr Traffic zu generieren um darüber irgendwie zu wachsen, der aber immer teurer wird und so weiter. Und wenn man immer das Gleiche macht, dann wird sich halt einfach auch nicht so viel verändern. Also: Mut haben, weniger Bullshit, verändern, wachsen, verkaufen! Das klappt.

Hinterlassen Sie den ersten Kommentar

×